Länderinfos

Staat und Verwaltung

Mit freundlicher Genehmigung der Informationsstelle Südliches Afrika. Stand 31.12.2013.

Einen aktuellen Länderbericht zu Simbabwe finden Sie bei dem laufend aktualisierten LIPortal (Länderinforma­tions­portal) der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH).

 

Offizielle Bezeichnung: Republic of Zimbabwe; Republik Simbabwe
Unabhängigkeit: 18. April 1980 (von Großbritannien)
Fläche: 390.757 qkm
Landesnatur: Hochplateau mit höherem Zentralplateau, im Osten bergig; tropisches, durch Höhenlage moderates Klima, Regenzeit November bis März
Höchste Erhebung: Inyangani (2.592 m)
Küste: Binnenland mit Grenzen zu Sambia, Malawi, Mosambik, Südafrika und Botswana
Umweltprobleme: Bodenerosion, Abholzung (Brennstoff), in Bergbaugegenden hohe toxische Rückstände in Wasser und Böden
Einwohnerzahl: 13.182.908 (Juli 2013 geschätzt)
Bevölkerungsdichte: 33,7 Einwohner pro qkm Landfläche
Hauptstadt: Harare
Landessprachen: Englisch (Amtssprache), Shona, Ndebele, sowie mehrere andere afrikanische Sprachen
Religionen: Synkretisten (Christentum mit Elementen indigener Religionen; 50%), Christen (25%), indigene Religionen (24%), Muslime und andere (1%)
Staatsform: parlamentarische Demokratie
Verfassung: 21. Dezember 1979, neue Verfassung am 9. Mai 2013 vom Parlament verabschiedet
Wahlrecht: wahlberechtigt sind alle Bürger-/innen ab 18 Jahren
Exekutive: Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident Robert Gabriel Mugabe (seit 31. Dezember 1987); Vizepräsident: Joice Mujuru (seit 6. Dezember 2004); Premierminister: Morgan Tsvangirai (seit 11. Februar 2009); Kabinett: vom Präsidenten ernannt und der Nationalversammlung verantwortlich; Präsidentschaftskandidaturen bei Vorlage einer Unterschriftenliste mit mind. 10 Unterschriften von registrierten Wähler/innen (mind. 1 aus jeder Provinz) zugelassen, Präsident wird durch allgemeine und direkte Wahlen bestimmt
Legislative: Zweikammernparlament: House of Assembly (Unterhaus) mit 210 Sitzen, Senat (Oberhaus) mit 93 Sitzen. von denen 60 direkt gewählt werden, dazu 10 Provinzgouverneure, 5 vom Präsidenten ernannte Personen und 18 Chiefs (16 davon gewählt)
Parteien: Regierungsparteien: Zimbabwe African National Union-Patriotic Front (ZANU-PF); Movement for Democratic Change – Tsvangirai (MDC-T); Movement for Democratic Change (MDC)
Rechtssystem: Kombination aus römisch-niederländischem und englischem Recht
Justiz: Supreme Court (Verfassungsgericht), High Court
Verwaltungsgliederung: Acht Provinzen: Manicaland, Mashonaland Central, Mashonaland East, Mashonaland West, Masvingo, Matabeleland North, Matabeleland South, Midlands; zwei selbständige Städte mit Provinzstatus: Bulawayo, Harare

Internationale Mitgliedschaften: UNO und Unterorganisationen, Afrikanische Union (AU), Entwicklungsgemeinschaft SADC, Gemeinsamer Markt COMESA, Welthandelsorganisation (WTO; Internationaler Währungsfond (IMF); Weltbank
Internationale Länderkategorien: kein LDC-Status (8 der 15 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries (LDC) – „am wenigsten entwickelte Länder“ – und bekommen besondere Mittelzuwendungen)

(Stand: 1. Hälfte 2013)

 

Wirtschaft

Währung
1 Simbabwe-Dollar (ZWD) = 100 Cents

Da der ZWD wegen Hyperinflation bedeutungslos geworden ist, sind US-Dollar, Euro und südafrikanischer Rand gängige Zahlungsmittel

Export / Importgüter
– Wichtige Exportgüter: Platin, Baumwolle, Tabak, Gold, Eisenlegierungen, Diamanten
– Wichtige Importgüter: Maschinen und Transportausstattung, Chemikalien, Brennstoffe, Nahrungsmittel

Wichtige Handelspartner
– Export: Südafrika (52,5%), EU (17,6%), China (16,9%), DR Kongo (11,7%) (WHO)
– Import: Südafrika (60,5%), China (9,2%), Botswana (5,6%) (WHO)

Infrastruktur
– Eisenbahn: 3.427 km
– Straßen: 97.267 km (davon 18.481 km geteert)
– Flugplätze: Harare International Airport mit Anschluss an den Weltflugverkehr, ca. 200 weitere Flughäfen (davon 17 mit befestigten Start- und Landebahnen)
– Häfen: Binga, Kariba (Binnenhäfen am Sambesistausee)

Weitere wirtschaftliche Indikatoren

siehe Ländervergleich Wirtschaft

Soziale Indikatoren

siehe Ländervergleich Soziales

 

Chronologie

Frühzeit ca. 50.000 bis 10.000 v. Chr.       Archäologische Funde zeigen, dass Jäger und Sammler bereits zu diesem frühen Zeitpunkt im südafrikanischen Subkontinent, zu dem auch das heutige Simbabwe gehört, siedeln. Sie betreiben noch keinen Ackerbau, bauen keine festen Häuser und leben in kleinen Familienverbänden.
Ca. 7.000 bis 100 v. Chr.      In dieser von Archäologen als „Wilton-Kultur“ bezeichneten Periode leben in Simbabwe Menschen, die als direkte Vorfahren der Buschleute (Khoisan-Völker) gelten, die sich dann über Botswana bis nach Namibia ausbreiten und dort hochspezialisierte Gemeinschaften entwickeln. Felsbilder aus dieser Zeit weisen darauf hin, dass sie bereits über eine entwickelte Viehzucht und Töpferei verfügten. Vieles spricht dafür, dass sich in dieser Zeit ein Wechsel vom Nomadentum zum Halbnomadentum vollzieht.

Große gesellschaftliche Umwälzungen

bis 800 n. Chr.      Bantu sprechende Völker wandern in das Gebiet zwischen Sambesi und Limpopo ein. Sie sind Viehzüchter und Bauern, die Wanderhackbau betreiben. Sie entwickeln die Eisenverarbeitung. Es gibt bereits ein gewisses Maß an Arbeitsteilung (Töpferein, Eisenverarbeitung). Die Menschen leben in kleinen Gemeinschaften auf dem Zentralplateau.
Ca. 1.000 n. Chr.     Vom Norden wandern Menschen ein, deren Nachfahren im 19. JH. orientiert an einer Sprachgemeinschaft „Shona“ genannt werden. Um diese Zeit verändern sich die Gesellschaften rasch, was auf verstärkte Wanderbewegungen und auf regen Erfahrungsaustausch mit Nachbarvölkern hindeutet.

Die Großreiche

1250       Im Gebiet zwischen den heutigen Staaten Botswana und Mosambik erlangt ein Fernhandelsreich mit dem Herrschersitz in Great Zimbabwe (Groß-Simbabwe) beachtliche Bedeutung. Von seiner Existenz zeugen heute noch gewaltige Steinbauten. Der Name Simbabwe leitet sich von den Shona-Wörtern dzimba gza mabwe (Steinhäuser) oder dzimba woye (verehrungswerte Häuser) ab. Weberei und Töpferei entwickeln eine außerordentliche Qualität. Great Zimbabwe basiert auf dem Goldhandel zwischen Landesinnerem und Indischen Ozean. Das Reich geht im 15. Jh. aus bisher noch ungeklärten Gründen plötzlich unter.
1450      Das wirkliche Monomotapa-Reich erlebt bis 1650 seine Blüte.
1480     Das Torwa-Reich verzeichnet einen großen Aufstieg und konkurriert mit dem Monomotapa-Reich.
1684     Das Rozwi-Reich erstarkt und verdrängt die Reiche Monomotapa und Torwa. Es besteht bis 1830.

Große Umbrüche im Südlichen Afrika und Beginn der Kolonisation

1827     Das Viehzüchtervolk der Ndebele wandert vom Süden her in den Westen des heutigen Simbabwe ein. Die Ndebele sind Zulu-sprachig, sie fliehen wegen kriegerischer Konflikte im Königreich unter Shaka Zulu im heutigen KwaZulu-Natal und unter dem Druck der vordringenden burischen Menschenfänger, Viehdiebe und Siedler. Sie siedeln in dem nach ihnen benannten Matabeleland und verlangen von einigen Shona-sprachigen Gruppen Tributleistungen.
1853     Ndebele-König Mzilikazi wird von der neuen Burenrepublik Transvaal gezwungen, den Buren Zugang zum Matabeleland zu gewähren (Potgieter-Silkaats-Vertrag).
1855     Der schottische Missionar David Livingstone erreicht als erster weißer Mann die Wasserfälle des Sambesi, die von den dort Lebenden Mosi oa Tunya (Donnernder Rauch) genannt werden. Livingston benennt die Fälle nach der britischen Königin Victoria.
1857     Der schottische Missionar John Moffat erhält von König Mzilikazi die Erlaubnis zur Einrichtung einer Missionsstation. Zwei Jahre später gründet er mit der Inyati-Mission die erste permanente Weißen-Siedlung in Matabeleland. Weiße Missionare, Händler und Jäger folgen.
1868-1872     Mit dem Tod Mzilikazis brechen Erbfolgekriege aus, in denen sich sein Sohn Lobengula durchsetzt. Er setzt die Politik seines Vaters fort.
1887     Lobengula schließt mit dem burischen Gesandten einen Vertrag, der ihn zum Verbündeten der Burenrepublik macht. Die Buren leiten daraus Schürfrechte an Bodenschätzen ab.
1888     Der englische Minen-Magnat Cecil Rhodes hintergeht die Buren und nutzt die schon seit 1854 bestehende persönliche Beziehung der Missionarsfamilie der Moffat zur Ndebele-Dynastie, um sich von Lobengula zusichern zu lassen, ohne Zustimmung der Briten kein Land zu veräußern oder nutzen zu lassen. Im gleichen Jahr vergibt Lobengula die ersten Schürfrechte an den englischen Abenteurer Charles Rudd, der sie an Rhodes weiterverkauft.
1889     Mit diesem Pfand in der Hand erhält Rhodes für seine British South Africa Company (BSAC) einen königlichen Freibrief für die Ausbeutung von Bodenschätzen im Matabeleland, was im Vertrag mit Lobengula nicht vorgesehen war.
1890     Gegen den Protest der Buren schafft Rhodes durch die Entsendung von Pionierfamilien und BSAC-Polizisten Fakten. Sie dringen bis ins Shona-Territorium vor.
1891     Um deutschen und portugiesischen Ansprüchen zuvorzukommen, wird das Gebiet zum britischen Protektorat erklärt und der Verwaltung der BSAC unterstellt. In den Folgejahren setzen die Briten ihre Schürfrechte und vor allem die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens mit Gewalt durch. Die BSAC verfolgt die Eroberung des noch nicht besetzten Matabelelandes und auch des Shona-Gebietes.
1893     Im Oktober bricht zwischen Lobengula und der BSAC der offene Krieg aus. Lubengulas Truppen werden in drei Schlachten geschlagen, der König stirbt auf der Flucht. Die Viehherden der Ndebele werden von 200.000 auf 14.000 Stück dezimiert. Damit waren die Ndebele ihrer wirtschaftlichen Existenzrundlage beraubt.
1894     Das unter den europäischen Siedlern aufgeteilte Land erhält den Namen Rhodesien.
1896/97     Die Ndebele und Shona erheben sich gegen die weiße Vorherrschaft, es beginnt der erste Chimurenga (Befreiungskrieg). Zu diesem Zeitpunkt sind fast sämtliche militärischen Kräfte der BSAC Rhodesiens in Südafrika tätig, um die Burenrepublik Transvaal zu stürzen und in das rohstoffreiche Land vordringen zu können. Die Ndebele gehen im August einen trügerischen Friedensvertrag ein. Die Shona, inspiriert von ihren Geistmedien Kaguvi und Mbuya Nehanda“, kämpfen bis zu ihrem militärischen Untergang verzweifelt weiter. Die Häuptlinge und Medien werden von den Kolonialtruppen gefangen gefangen genommen und exekutiert.

Die Kolonie Rhodesien

1923      Die weißen Siedler entscheiden sich in einem Referendum gegen den Anschluss an Südafrika. Rhodesien wird britische Kolonie. Als weiße Siedlerkolonie erhält das Land die volle Selbstverwaltung in inneren Angelegenheiten.
1931      Ein Landgesetz (Land Apportionment Act) teilt das Land in schwarze Reservate und weiße Siedlungsgebiete. Den Schwarzen wird lediglich ein knappes Drittel des Landes, zumeist auf den weniger fruchtbaren Böden, zugewiesen.
1936      Nach dem Native Registration Act muss jeder männliche Afrikaner über 16 Jahre einen Pass mit Namen, Herkunft und Arbeitsplatz bei sich tragen. Er dokumentiert die Berechtigung zur Arbeitssuche außerhalb der Reservate. Verstöße werden mit Zwangsarbeit geahndet.
1946      Aus Wahlen, die nur Weißen vorbehalten sind, geht die burische Liberal Party mit Hilfe von Rassentrennungsparolen siegreich hervor. Das Land heißt fortan Südrhodesien.
1951     Der Native Land Husbandry Act verschärft die Bewirtschaftungsvorschriften über Agrarland für Schwarze. Jede Familie darf auf ihrem höchstens 3,2 ha umfassenden Land nur noch Vieh in beschränkter Zahl weiden. Die Rechte der Häuptlinge auf Landzuteilung werden beschnitten. Das Gesetz zwingt viele Schwarze in die Städte, wo sie seperaten Townships wohnen müssend und weißen Unternehmern als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
1953     Süd- und Nordrhodesien (das spätere Sambia) sowie das Protektorat Nyassaland (Malawi) bilden die Zentralafrikanische Union, die sich 1963 wieder auflöst.
1954     Die Eisenbahnergewerkschaft unter Joshua Nkomo ist die stärkste Organistion der afrikanischen Bevölkerung.
1957 bis 1961     Unter Nkomos Führung wird 1957 der Southern Rhodesia African National Congress gegründet. Nach dessem Verbot 1959 tritt die National Democratic Party NDP Anfang 1960 an seine Stelle. Auch sie wird im Dezember 1961 verboten.
1961     Eine neue Verfassung mit sehr begrenzten Rechten für Afrikaner wird gegen vehemente Proteste der Afrikaner verabschiedet.
1961     Nach dem Verbot der NDP, der u. a. Joshua Nkomo und Robert Mugabe angehören, wird die politische Oppositions- und Widerstandsbewegung Zimbabwe African People’s Union (ZAPU) gegründet. Sie übt über internationale Kanäle Druck auf Großbritannien aus, eine wirkliche Verfassungsreform zu beginnen.
1962     Die ZAPU beginnt mit Sabotageakten.
1963     Nach Meinungsverschiedenheiten in der ZAPU spaltet sich als zweite Widerstandsbewegung die Zimbabwe African National Union (ZANU) ab. Als Ziele proklamiert sie die Umverteilung des Landes, freie Bildung für alle, Abschaffung der rassistischen Gesetze und die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien.

Einseitige Unabhängigkeitserklärung
1964     Die weiße Rhodesian Front unter Ian Smith übernimmt die Regierung.
1965     Am 11. November erklärt die Regierung ohne Einbeziehung Großbritanniens einseitig die Unabhängigkeit Rhodesiens. Großbritannien und später auch die Vereinten Nationen verhängen Sanktionen.
1966/67     In den ersten bewaffneten Auseinandersetzungen erleiden die Guerilla-Verbände von ZANU und ZAPU schwere Niederlagen.
1970     Rhodesien erklärt sich zur Republik.
1971     Großbritannien und Rhodesien vereinbaren Prinzipien für eine neue Verhandlungslösung ohne Mitwirkung der Afrikaner. Diese lehnen eine solche Lösung ab und verhindern erfolgreich deren Umsetzung.
Im Dezember des Jahres wird der African National Council unter Führung von Bischof Abel Muzorewa gegründet.

Kampf um die Unabhängigkeit / Der zweite Chimurenga (Befreiungskrieg)

1972     Die ZANU eröffnet von Mosambik aus den Befreiungskrieg.
1976     Nach Verhandlungen mit den USA und Südafrika akzeptiert Smith im Prinzip die Bildung einer Mehrheitsregierung innerhalb von zwei Jahren. Großbritannien beruft alle Parteien zu einer Rhodesien-Konferenz nach Genf ein. Sie scheitert.
1976/77     ZANU und ZAPU schließen sich zur Patriotischen Front (PF) zusammen und verstärken ihre militärischen Operationen.
1978     Smith bildet ein Bündnis mit gemäßigten schwarzen Führern wie Bischof Abel Muzorewa, um eine so genannte interne Lösung voranzutreiben.
1979     Bei Wahlen ohne ZANU und ZAPU wird Muzorewa Ministerpräsident einer Übergangsregierung von Simbabwe-Rhodesien. Sie wird von der britischen Regierung nicht anerkannt.
Der neuen britischen Premierministerin Margaret Thatcher gelingt es Anfang August, alle beteiligten Parteien zu einer Verfassungskonferenz ins Lancaster-House nach London einzuladen. Die Verhandlungen beginnen im September und enden im Dezember mit der Unterzeichnung eines Friedensplanes zur Unabhängigkeit Simbabwes. Die Parteien einigen sich in London auf eine neue Verfassung sowie freie und allgemeine Wahlen. Das Land wird vorübergehend unter britische Verwaltung gestellt.

Das unabhängige Simbabwe

1980     An den ersten Wahlen nehmen über 93 Prozent der Wahlberechtigten teil. Aufgrund des nie überwundenen Misstrauens treten ZANU und ZAPU wieder getrennt an. Die ZANU gewinnt mit deutlicher Mehrheit und erhält 57 Sitze im 100-köpfigen Parlament (20 Sitze sind nach dem Lancaster-House-Abkommen für Weiße reserviert). Premierminister wird Robert Mugabe von der ZANU. Er beruft Joshua Nkomo von der ZAPU sowie zwei Weiße in sein Kabinett.
18. April 1980     Simbabwe wird politisch unabhängig.
1982     Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von ZANU und ZAPU sowie Funde von Waffenlagern auf Farmen von führenden ZAPU-Mitgliedern führen zu einer Regierungsumbildung. Nkomo verliert sein Ministeramt.
1983     In Matabeleland wird die von Nordkoreanern ausgebildete 5. Brigade gegen so genannte Dissidenten und ZAPU-Anhänger eingesetzt. Es kommt zu schweren Übergriffen und Massakern (bis 1987 mindestens 20.000 Tote). Nkomo bringt sich außer Landes in Sicherheit.
1985     Trotz der angespannten Lage werden die Wahlen durchgeführt. Sie bestätigen die regionalen Stärken von ZANU (Shona-Provinzen) und ZAPU (Matabeleland). Die ZANU verfehlt die Zweidrittelmehrheit.
1987     Die Verfassung wird geändert. Die in London vereinbarte Reservierung von 20 Sitzen im Parlament für Weiße läuft aus. Eine vom ZANU-Kongress 1984 befürwortete Schaffung eines Einparteienstaates lässt sich bei den Mehrheitsverhältnissen nicht durchsetzen. Es wird jedoch der Zusammenschluss von ZANU und ZAPU zur ZANU/PF (Patriotische Front) vereinbart, der 1989 erfolgt. Ein Präsidialsystem wird eingeführt, bei der Präsidentenwahl gewinnt Robert Mugabe.
1990     Die Wahlen zum Repräsentantenhaus stärken die Regierungspartei ZANU-PF.
Im Juli wird der von Ian Smith im Jahre 1965 verhängte Ausnahmezustand aufgehoben. Nkomo wird Vizepräsident.
1991     Die neue Regierung sieht sich unter dem Druck internationaler Kreditgeber (Internationaler Weltwährungsfonds) gezwungen, der prekären außenwirtschaftlichen Lage Rechnung zu tragen. Ein Programm der Liberalisierung ESAP (Economic Structural Adjustment Programme) soll die Wirtschaft fördern. Drastische Reduzierungen der Staatsausgaben z.B. im Gesundheits-, Bildungs- und Agrarsektor haben vielfältige Probleme zur Folge.
1995     Die ZANU/PF gewinnt die Parlamentswahlen im April (118 der 120 Sitze).
1996     Mugabe wird im März erneut unangefochten zum Staatspräsidenten gewählt.
1997     Im Oktober verkündet Mugabe, dass fünf Millionen Hektar Land von weißen Farmern ohne Kompensation enteignet werden sollen. Veteranen aus dem Unabhängigkeitskrieg erhalten nach langen Protesten über ihre desolate Lage finanzielle Kompensationen.
1998     Nach einer Welle von Preiserhöhungen erlebt Harare im Januar gewaltsame Protestkundgebungen.
Der Ruf nach einer neuen Verfassung wird laut. Das Mehrheitswahlrecht nach britischem System soll durch ein Verhältniswahlrecht abgelöst werden, um eine angemessenere Repräsentierung und einen Regierungswechsel realistisch werden zu lassen. Organisationen der Zivilgesellschaft bilden eine Verfassungsversammlung. Die Regierung antwortet mit einer eigenen Kommission.
Das militärische Eingreifen der simbabwischen Armee in der Demokratischen Republik Kongo zwischen 1998 und 2002 sichert den Regierungen unter Laurent und Josef Kabila die Macht. Im Gegenzug erhalten ranghohe simbabwische Militärs Zugang zu mineralischen Ressourcen in der DR Kongo.
1999     Am 1. Juli stirbt Vizepräsident Joshua Nkomo.
Im September bildet sich aus der bürgerlichen Verfassungsversammlung eine neue Partei, die Bewegung für Demokratischen Wandel MDC (Movement for Democratic Change). Ihr steht der Gewerkschaftsführer Morgan Tsvangirai vor.
2000     In einem Referendum im Februar entscheidet sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen die von der Regierungskommission vorgelegte Verfassungsreform.
Begleitet von Landbesetzungen wird im März das fast track-Programm zur Landumverteilung verkündet und gewaltsam durchgesetzt. Neun von zehn kommerziellen Farmen werden konfisziert.
Bei den Parlamentswahlen im Juni verliert die MDC nur knapp gegen die ZANU. Im Wahlkampf war es zu massiven Einschüchterungen Oppositioneller und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien gekommen.
2001     Simbabwes Wirtschaft erlebt eine immer stärkere Talfahrt, die Auslandsschulden belaufen sich auf 4,5 Mrd. US$, die Inflation steigt über 55%. IWF und Weltbank stellen wegen der fehlenden rechtsstaatlichen Verhältnisse ihre Zahlungen für Simbabwe ein. Augrund der Landbesetzungen fällt die Ernte um ca. 42% geringer aus als im Vorjahr. Obwohl eine Million Menschen an Hunger leiden, verbietet Mugabe im November den Hilfsorganisationen per Dekret, Nahrungsmittelhilfe zu verteilen.
2002     Die Regierung erhöht die Repression. Das Parlament billigt im Januar das umstrittene Informations- bzw. Mediengesetz, das alle Medien einer strikten Kontrolle unterwirft. Im Februar verhängt die EU Sanktionen gegen Simbabwe.
Bei den Präsidentschaftswahlen im März setzt sich Robert Mugabe gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai von der MDC knapp durch. Der Wahlkampf wird von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleitet. Internationale Beobachter sprechen von Wahlfälschungen. Die Opposition erkennt das offizielle Ergebnis nicht an. Morgan Tsvangirai wird mit zwei weiteren MDC-Mitgliedern im April wegen Hochverrats angeklagt.
2003     Zu Jahresbeginn erlebt Simbabwe Hungerrevolten. In Bulawayo und Chitungwiza kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Während der Hochverratsprozess gegen Tsvangirai beginnt, beschließt die EU im Februar die Fortführung der Sanktionen. Auf einen erfolgreichen Generalstreik im März folgt eine Welle von Verhaftungen.
Der regionale und internationale Druck auf die Regierung wächst. Im Mai treffen sich die Staatschefs Südafrikas, Nigerias und Malawis in Harare mit Präsident Mugabe und Oppositionsführer Tsvangirai, um Wege zur Überwindung der andauernden Krise auszuloten. Im Juni wird Tsvangirai erneut verhaftet und des Hochverrats angeklagt.
Die MDC, die nach einem erfolgreichen Generalstreik im März bereits Nachwahlen in Harare gewonnen hatte, erringt im August einen deutlichen Sieg bei Kommunalwahlen in zwölf Städten.
2005     Die Wahlen zum Repräsentantenhaus sind laut EU-Wahlbeobachter weder frei noch fair verlaufen. Bei der so genannten „Operation Murambatsvina“ (den Müll wegkehren) werden 700.000 Menschen obdachlos. Im Staatsauftrag zerstören Bulldozer Häuser und Unterkünfte in den Städten. Dort haben u.a. vertriebene Farmarbeiter Zuflucht gesucht. Sie werden verdächtigt, die Oppositionspartei gewählt zu haben. Verfassungsänderungen schaffen das Einspruchsrecht bei Landenteignungen ab.
2006     Die MDC-M unter Arthur Mutambara spaltet sich von der MDC unter Morgan Tsvangirai ab.
2007     Erneute Verhaftungen von MDC-Politikern, u.a. von Morgan Tsvangirai, sind Ausdruck der verschärften Repression. Er kommt erst durch internationalen Druck frei.
2008     Ein Indigenisierungsgesetz wird verabschiedet: Ausländische Unternehmen müssen fortan mindestens 51% simbabwischer Kapitalanteile vorweisen. Bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus gewinnt die MDC die meisten Stimmen. Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen werden über Monate geheim gehalten. Zwischenzeitlich verüben staatliche Sicherheitskräfte u.a. in Regionen, in denen Oppositionswähler vermutet werden, zahlreiche Gewaltakte. Ihr Vorgehen ist Teil der „Operation Mavhotera Papi“ -„Wen hast Du gewählt?“ Morgan Tsvangirai lehnt eine Stichwahl ab. Die EU und die USA verschärfen ihre Sanktionen. Auf Druck des früheren südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki einigen sich ZANU-PF, MDC und MDC-M in einem Abkommen zur Machtteilung (Global Political Agreement). Wegen einer Cholera-Epidemie mit mehreren tausend Toten wird der nationale Notstand ausgerufen.
2009     Der Zimbabwe-Dollar wird durch den US-Dollar und andere ausländische Währungen ersetzt. Die Versorgungskrise dauert an, 7 Millionen Menschen erhalten Nahrungsmittelhilfe. ZANU-PF, MDC und MDC-M bilden eine Regierung der nationalen Einheit. Morgan Tsvangirai wird Premierminister, Robert Mugabe bleibt Präsident.
2011-12     Die Gewalt staatlicher Sicherheitskräfte gegen MDC-Vertreter/innen und Menschenrechtsaktivisten/innen dauert an. Die staatlichen Sicherheitskräfte werden kaum reformiert. Es gibt Auseinandersetzungen über die Lockerungen der EU-Sanktionen und die Inhalte des Verfassungsentwurfs.
2013     In einem Referendum akzeptiert die wahlberechtigte Bevölkerung die neue Verfassung. Anschließend wird sie vom Parlament verabschiedet. Der Zeitpunkt der nächsten Parlamentswahlen ist strittig und wurde mehrfach verschoben. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen finden am 31. Juli statt, kurz darauf erklären die ZANU-PF und der 89-jährige Präsident Robert Mugabe ihren Sieg. Die nationale Wahlkommission verkündet, die ZANU-PF habe 61 Prozent der Stimmen und eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erhalten. Der  Herausforderer Morgan Tsvangirai von der Movement for Democratic Change unterliegt mit 34 Prozent; er bezeichnet die Wahl als Farce und kündigte an, gegen das Ergebnis gerichtlich vorzugehen. Beobachtermissionen von SADC und AU erklären die Wahlen trotz Unregelmäßigkeiten für „friedlich, frei und fair“. In ersten Vorberichten fehlte jedoch das Prädikat „fair“. Die regierende Zanu-PF kontrolliert die elektronischen und Printmedien und verfügt über die Polizei, die mehrfach Veranstaltungen der Opposition behinderte, gelegentlich auch untersagte.
Im Dezember wählen die Regionalverbände der Regierungspartei Zanu-PF neue Vorstände. Die Zusammensetzung erlaubt erste Aufschlüsse über die Nachfolge von Partei- und Staatschef Robert Mugabe. In acht von neun Verbänden setzen sich die Anhänger von Joyce Mujuru durch, nur in einem Verband siegt die Fraktion von Emmerson Mnangagwa.
Mnangagwa ist altgedienter Minister in verschiedenen Regierungen Mugabes und derzeit Verteidigungsminister. Mujuru ist seit 2004 Mugabes Stellvertreterin in Staat und Partei. Bei einem Tod Mugabes fiele ihr gemäß der Verfassung die Nachfolge im Staatspräsidentenamt zu. Emmerson Mnangagwa gilt als strammer Gefolgsmann Mugabes; von ihm wird keine Änderung der innenpolitischen Konfrontation erwartet. Joyce Mujuru gilt als offener und bereit für Gespräche mit der Opposition, um das Lagerdenken zu überwinden.
(Stand: 31. Dezember 2013)

2017   In Zimbabwe hat sich seit Anfang November 2017 ein dramatischer politischer Umbruch vollzogen. In einem ‚Nicht-Coup‘ setzt das zimbabwische Militär am 15. November Mugabe fest unter Berufung auf „Kriminelle in seiner Umgebung“. In großen Demonstrationen in den Städten Zimbabwes wird das Vorgehen des Militärs quer durch die Bevölkerung be­geis­tert begrüßt. Das Zentralkomitee der ZANU (PF) enthebt Mugabe am 19. November seiner Parteiämter und fordert ihn zum Rücktritt vom Amt des Staatspräsidenten auf. Als das Parlament seine Amtsenthebung vorbereitet, erklärt Mugabe am 21. November seinen Rücktritt. Das ist nach 37 Jahren das Ende der Ära Mugabe. Sein Nachfolger als Präsident der ZANU (PF) und als Präsi­dent Zimbabwes wird Emmerson Mnangagwa, jahrzehn­telang eng mit Mugabe verbunden und Führer einer der Fraktionen der ZANU (PF), die sich wegen der Nachfolge Mugabes hef­tig bekämpfen. Er tritt sein Amt an mit einem Pro­gramm v.a. wirtschaftlicher Reformen zur Beendigung der tiefen Krise des Landes.

Siehe dazu Zimbabwe Aktuell Nr. 7 vom Dezember 2017